Birka ist Prüfungssiegerin!

Ein turbulentes Wochenende liegt hinter uns. Erst langsam legt sich die Anspannung. Aber greifen wir zurück.

Es ist Samstag 6:00 Uhr als wir in Richtung Saarland zur DJT Gebrauchsprüfung des Landesverbandes losfuhren. Es ging extra früh los, damit wir rechtzeitig und entspannt (soweit dies vor so einer Prüfung überhaupt möglich ist) in Hüttersdorf ankommen. Nach ca. 20 Minuten Fahrt leuchtete plötzlich auf dem Display das Zeichen EPC auf, mit dem Hinweis Motorstörung. Dies war dann auch plötzlich deutlich zu spüren. Wir mussten umkehren! Mit reduzierter Leistung fuhren wir von der Autobahn an der nächsten Abfahrt ab und zurück nach Hause. Dort erfolgte ein fliegender Wechsel, Auto ausräumen und alles in den Kleinwagen meiner Frau. Dann ging es sofort wieder los. Diese Aktion hatte uns ca. eine Stunde Zeit gekostet. Wir riefen den Prüfungsleiter an und informierten ihn über die Autopanne. Schließlich waren wir rechtzeitig vor Ort und die Prüfung konnte beginnen.

Die Schweißarbeit war die erste Disziplin. Ich hatte Tagfährte gemeldet. Sie wurde ausgelost und ich zog die Nr. 1. Also keine Zeit für Nervosität, es ging direkt los. Birka ein, zwei Meter vor dem Anschuss abgelegt, den Anschuss untersucht und dann das Kommando „Such verwund“. Ausgiebig untersuchte Birka den Anschuss. Deutlich war das Aufnehmen der Witterung zu hören. Dann zog sie zielstrebig voran. Nach ca. 200 m kamen wir an einen Waldweg, den Birka überquerte. Ich war mir nicht ganz sicher. Daher das Kommando: „Birka, ablegen!“, sie legte sich hin und ich versuchte selbst Schweiß zu entdecken. Auf einer Moosfläche sah ich einen dunklen Flecken, der meines Erachtens dort nicht hingehörte. Genauer untersucht und tatsächlich „Schweiß“. Also hatte, wie so oft, der Hund recht! Weiter ging es durch Gestrüpp und Dickung, bis wir zu einem größeren Farnfeld kamen. Plötzlich wurde Birka flotter, zog stramm nach rechts und wurde schneller. Halt! Da stimmt was nicht, ich bremste sie nach ca. 20 m ab und trug sie bis zum Abgang zurück. Sie war einer frischen Fährte gefolgt. Sauen waren durch den Farn gezogen und hatten deutlich Spuren hinterlassen. Schließlich ging es weiter und bald standen wir vor dem Stück. Weitere Disziplinen folgten: Bringen von Haarwild und Federwild, Freiverlorensuche von Federwild und dann die Wasserarbeit. Hierzu mussten wir noch einige Kilometer zum Gewässer fahren. Unterwegs klatschte plötzlich ein kleiner Stein auf die Windschutzscheibe. Folge: ein Riss von außen nach innen, ca. 30 cm lang. Welche ein Pech! Gott sei dank, sie hielt stand.

Bei der Wasserarbeit hatten wir Glück, Wildenten waren im Schilf und da zeigte Birka was in ihr steckt. Die Richter sahen eine tolle Wasserarbeit. Kein Schilfteil wurde liegen gelassen. Wieder eine Top-Note. Ein Richter machte die Bemerkung: „In meinem Richterleben habe ich eine solche Leistung noch von keinem Deutschen Jagdterrier gesehen“.

Nach einer etwas unruhigen Nacht stand als erste Prüfung das Ziehen aus der Röhre an, danach Verhalten auf dem Stand, Leinenführigkeit, Gehen frei bei Fuß und freies Ablegen. Etwas Sorge hatte ich vor dem Fach Verhalten auf dem Stand, da Birka in der vergangenen Jagdsaison schon eifrig auf Sauenjagden mitgewirkt hatte. In dieser Disziplin muss sie neben ihrem Führer abgelegt werden und sich ruhig verhalten, während eine Jagd simuliert wird, mit Anblasen des Treibens, durchgehen der Treiber mit Schussabgaben und Abblasen des Treibens mit Hahn in Ruh! Ich war überrascht, denn bei einer Übung vor 14 Tagen zeigte sie sich recht aufgebracht. Heute verhielt sie sich absolut korrekt. Ihre Anspannung war deutlich zu bemerken, aber sie war ruhig. Als Abschluss wurde das Fach Stöbern überprüft. Dies geschah anlässlich einer offiziellen Jagd. Auch hier zeigte Birka wieder hervorragende Leistungen. Dank eines Navigationsgerätes konnte ich ihren Stöberkreis gut beobachten. In ihrem zugewiesen Stück machte sie Wild hoch und verfolgte dieses Spurlaut! Nach der Auswertung stand fest: Birka war Prüfungssiegerin mit 304 Punkten im I. Preis!

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Schließlich waren zwei anstrengende Tage für die Hunde und ihre Führer bzw. Führerin zu Ende.

Ein besonderer Dank gilt der Richtergruppe für ihr jagdnahes und faires Richten. Desweiteren Dank an das Organisationsteam mit dem Prüfungsleiter, Ehefrau und den vielen Helfern im Hintergrund!

Waidmannsdank und Ho-Rüd-Ho

 

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