Eigentlich wollten wir noch ein paar schöne Jahre miteinander jagen, aber es sollte wohl nicht sein!

Ronja lebt nicht mehr.
Ihre Härte, ihre Konsequenz, ihr Wille zu finden, ihre jagdliche Passion, haben ihr das Leben genommen. Auf einer Niederwildjagd stöberte sie einen Fuchs in unmittelbarer Nähe eines großen, sehr alten Fuchs- und Dachsbaues auf und schliefte direkt hinter ihm ein. Ihre Tochter Aika, aus dem ersten Wurf, unmittelbar hinterdrein. Mein Jagdfreund Günther und ich saßen Stunde um Stunde und warteten auf ein Lebenszeichen! Wir hörten keinen Laut, nichts! Trotz umfangreicher Kontrolle mit Bodenmikrofonen und umfangreichen Baggerarbeiten hatten wir keinen Erfolg. Nun sind 15 Tage vergangen und wir müssen das Traurige wohl akzeptieren. Sehr wahrscheinlich sind beide DJT verklüftet oder verschüttet worden.
Man will es nicht fassen, ist traurig, warum sie? Viele Hundeführer erleiden in jedem Herbst und Winter das gleiche Schicksal. Mir ist bewusst, es sind Arbeitshunde für den jagdlichen Einsatz, das letztlich immer mit einem hohen Risiko verbunden ist. Wenn es aber seinen eigenen Hund betrifft, wird es für einen selbst erst besonders schlimm.
Ich sehe Ronja noch als kleinen Welpen bei uns Einzug halten. Die erste Begegnung mit unserem Deutsch Drahthaar-Rüden Asko. Das Kuscheln mit meiner Frau Gabi, die sich eine komplizierte Sprunggelenksfraktur zugezogen hatte und ihr so wieder Auftrieb gab. Die Anhänglichkeit, die sie mir mit Blicken und folgen auf Schritt und Tritt zeigte.
Die hervorragenden Jagdprüfungen, die sie mit Höchstpunktzahlen absolvierte. Ihre zwei Würfe, die sie liebevoll versorgte und nicht zuletzt, die sehr guten Leistungen auf der Jagd. Wie oft hörte ich „Bring mal die Ronja, hier muss noch was stecken!“ Und sie fand das Wild. Ob auf der Niederwild- oder Schwarzwildjagd, es war eine Freude sie bei der Arbeit zu beobachten.
Leider hatte Ronja nicht das Quentchen Glück, noch länger in unserem Rudel zu verbleiben.
Wir werden sie nie vergessen!
Das gleiche gilt für unseren Jagdfreund Günther. Auch ihn trifft es sehr hart, verlor er doch in den letzten drei Jahren seine DJT-Hündin Bella, seine Kurzhaarhündin Heta und nun seine DJT-Hündin Aika vom Keltental.
Die Zeit wird uns den Kummer hoffentlich erträglicher machen und in Erinnerung verwandeln.




